Schlüpfrig — Von Liebestötern und anderen Lustbarkeiten

 

Der Titel ist Programm: Der Schlüpfer selbst — sowie seine frühen Vorformen und späten Nachfahren — werden ins Zentrum des Geschehens gerückt, dokumentiert und kulturgeschichtlich umrahmt von zahlreichen Begleit-Themen.

Verfolgt man die geschichtliche Entwicklung der Unterhose, stößt man auf eine Vielzahl von interessanten Faktoren, die zur heutigen Gebrauchsform geführt haben.

Thematisiert werden das gewachsene Gesundheits- und Hygienebewusstsein, die Einführung der Männerwäsche durch das Militär, die Entwicklung neuer Materialien und Technologien. Auch die gesellschaftlichen Veränderungen und eine gesteigerte Sportlichkeit sind Aspekte, die in der Ausstellung ausführlich dokumentiert werden.

Im Sinne von "besser — weicher — unsichtbar" werden innovative Neuerungen im sportlichen und Arbeitsbereich genauso behandelt wie die Rolle von Reklame und Marketing — früher und heute. In den Bereich der Kuriosa mögen manche das Thema "Öffnungen und Verschlüsse an Unterwäsche 1870 — 1970" verorten. Hier kann — auf der Basis ausgeklügelter Patentschriften — tatsächlich mit allerhand Überraschungen gerechnet werden.

Dieser illustre Reigen wird durch die Kultur- und Modegeschichte der Herren-, Kinder- und Damen-Unterhosen ergänzt, wobei auch die Kleinsten, die Babys, nicht unberücksichtigt bleiben.

"Wäsche und Erotik" ist eine Verbindung, die in den meisten Köpfen — auch wohlanständiger Bürger — nicht erst beim verfeinerten Begriff des "Dessous" fast automatisch gedanklich geknüpft wird. Mit den gesellschaftlichen Hintergründen des "Keuschheitsgürtels" oder des "Wäsche-Fetischismus" wird ein breiter Rahmen des erotischen Spannungsfeldes beleuchtet, in dem sich die Verpackung des Unterleibes letztendlich bewegt. Auch "Scham und Schande", die mit fehlender oder unpassender Unterwäsche verbunden war und ist, wird im Kontext unterschiedlicher Zeitabschnitte aufgearbeitet.

Wäsche, ein exotisches und gleichwohl alltägliches Thema, das anschaulich verpackt endlich einen Blick hinter die Bekleidungs-Kulissen gewährt und vielleicht so manches Geheimnis lüftet, auch wenn es inzwischen gesellschaftsfähig — und wie gezeigt werden kann — filmreif geworden ist. Sequenzen aus Kinofilmen, wie auch Werbefilme dokumentieren anschaulich den Umgang mit der Wäsche.

Die Ausstellung "Schlüpfrig — Von Liebestötern und anderen Lustbarkeiten" ist eine Koproduktion des KulturBüro Michael Schödel M.A., Reutlingen und dem Maschenmuseum in Albstadt-Tailfingen. Als Wanderausstellung konzipiert, werden die Originalobjekte und das didaktische Programm nach Beendigung in Albstadt anderen Museen und kulturellen Organisationen zur Entleihe angeboten.

Das hauseigen entwickelte Ausstellungssystem zeichnet sich durch eine große Variabilität aus, ist unaufdringlich und transparent und lässt sich den unterschiedlichsten Ausstellungsräumen anpassen. Je nach Wunsch können Teile der Ausstellung vertieft oder auch durch eigene Bestände des Entleihers ergänzt werden, wir erarbeiten aber auch gerne mit Ihnen gemeinsam eine optimale Konzeption für Ihren speziellen Ausstellungszweck.

Der Platzbedarf für die Ausstellung beträgt zwischen 150 qm und 250 qm. Der fachgerechte Transport kann vom Leihnehmer selbst ausgeführt werden oder wird von uns organisiert. Der Auf- und Abbau der Ausstellung erfolgt durch uns.

Ein Ausstellungsplakat ist als Vierfarbdruck zum Eindruck der weiteren Ausstellungsstationen erhältlich.

Vom 30.April bis zum 26. September 2004 wird die Ausstellung "Schlüpfrig" im Maschenmuseum Albstadt-Thailfingen gezeigt. Bilder aus der Ausstellung.

Bei Interesse an der Ausstellung "Schlüpfrig":
KulturBüro/Schlüpfrig


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